Bericht von der Dr.Kleemann-Ausleseprüfung

Für Westküste an der Westküste

 

 

 

In der Zeit vom 11. bis 14.10.2018 fand die diesjährige Dr. Kleemann-Ausleseprüfung für die DK dieser Welt in Schleswig-Holstein statt. Ausgerichtet vom Klub Schleswig-Holstein, der in diesem Jahr sein 50. Jubiläum begeht, waren 136 Hunde aus 13 Nationen gemeldet.

 

Die Hunde hatten hohe Zulassungshürden zu überwinden und nicht jeder schaffte die Qualifikation. So waren es aus unserem Klub letztlich 6 Gespanne, die eine Nennung abgaben.

 

Folgende Mitglieder stellten sich der besonderen Herausforderung:

 

Franca Feldmann mit Dana von Horum,

 

Kristian Ruff mit Viras von der Jydebek,

 

Claus-Peter Andresen mit Vanny und Viene von der Jydebek,

 

Jonas Alstup Christenden mit Lyslunds Grigg,

 

Steffen Lydriksen Petersen mit Alfa und

 

Frank Eschenbach mit Bella vom Entenpfuhler Forst.

 

 

 

In vielen Trainings- und Vorbereitungsterminen wurde geübt und bewertet. Unsere 4 gemeldeten Verbandsrichter (Mareike, Conny, Didi und Ralf) waren häufig dabei und haben alle Teilnehmer unterstützt. Besonders wertvoll waren dabei die Erfahrungen und Hinweise von Claus-Peter, der bereits so einige internationale Prüfungen besucht und auch erfolgreich beendet hat.

 

Leider konnten nicht alle immer dabei sein, aber alle Übungstage waren wertvoll und der Fortschritt der Vorbereitung der Gespanne deutlich zu erkennen. Auch Motivationsprobleme traten auf und wurden durch die Gruppe oder auch durch die Familie überwunden. Der harte Kern um Aye hatte daher zeitweise auch die Befürchtung, dass unsere dänischen Freunde oder Kristian vielleicht am Ende, kurz vor Prüfungsbeginn, doch noch aufgeben könnten. Doch weit gefehlt - alle machten ihre Hausaufgaben und gingen gut vorbereitet in die Prüfung.

 

Besonders schade war es aber, das Jonas so schwere gesundheitliche Probleme bekam, dass seine Teilnahme abgesagt werden musste. Wir hätten ihn, Karina und Grigg so gern dabei gehabt, denn der Rüde zeigt deutlich alle notwendigen Qualitäten in Feld und Wasser, die ihn befähigt hätten als Kurzhaarsieger nach Hause zurückzukehren.

 

Wir alle möchten an dieser Stelle denjenigen danken, die uns stets unterstützt oder uns in den Allerwertesten getreten haben, um dieses Erlebnis angehen zu können! Ich weiß, dass gerade Kristian, wie er mir am Festabend berichtete, hier eine besondere Unterstützung durch seine Frau erfuhr, die ihn in Zeiten hoher Arbeitsbelastungen im Betrieb, ermutigte und antrieb! Danke auch an Otto und Hanneke, an Kay, Ute und Torge, an Kalle, Nils, Hassan und Sönke und an alle, die immer da waren, wenn wir Hilfe brauchten!

 

Wir sind durch halb Schleswig-Holstein gefahren, haben in Dänemark geübt und sind letztlich zu einer tollen Mannschaft zusammengewachsen! Immer dabei mit Naschies und Getränken war unsere „Mutter der Kompanie“ Franca mit der kleinen Enna, die uns allen sehr viel Freude gemacht hat! Noch nie habe ich selbst ein so fröhliches und zufriedenes Baby gesehen, dass so unkompliziert von Arm zu Arm wechselte und eigentlich immer lachte. Mareike hat ihr in dieser Zeit so einigen Unsinn beigebracht und ich glaube es dauert nicht mehr lange, bis sie ihren eigenen DK am Band haben wird – passt man auf, denn pfeifen kann sie schon!

 

Als wir uns am Donnerstag dann zur Anmeldung trafen, war die Anspannung groß - wer würde in welches Feld- und Wasserrevier müssen und welche Richter werden uns begleiten! Franca musste ihren Jagdschein noch holen, aber sonst lief alles glatt!
Steffen und Franca kamen in die Gruppe 33 nach Friedrichskoog, hatten das uns bekannte Gewässer im Auguste-Viktoria-Koog und mit Kurt Peter Iversen und Susanne Mertgen zwei ihnen bekannte Verbandsrichter zugelost bekommen. Eine gute Ausgangslage für die Prüfung und zumindest keine neue Nahrung für Nervosität und Hektik.

 

Kristian hatte am Simonsberg einen bekannten Stützpunkt und mit Uwe Tudsen einen ortskundigen und mit hiesigen Wild- und Revierverhältnissen kundigen Verbandsrichter dabei. Claus-Peter und Hassan kamen in die Gruppe 28 und Frank in die Gruppe 30. Beide Gruppen trafen sich in Nordermeldorf und blieben im Büsumer Raum im Feld und Wasser.

 

Die anschließende Formwertbeurteilung brachte eine große Überraschung, denn Dana, von Ralf vorgestellt, wurde im Kreise der Hündinnen mit dem Formwert V4 ausgezeichnet. Ein toller Erfolg für unseren „Hippelmors“, die morgens nochmal ordentlich flitzen musste, wie Franca uns erzählte, damit sie sich gut präsentieren konnte.
Auch Steffen erreichte mit Alfa die Runde der besten 20 Hunde.
Dominant waren dabei die neuen Shirts und Jacken, die wir an diesem Tage erstmals trugen!

 

Und wieder machte sich bezahlt was wir alle schon immer wussten:

 

Nur wer seinen Hund genau kennt, kann sich optimal auf die anstehenden Aufgaben vorbereiten, geht konzentriert ans Werk und wird den Lohn dafür erhalten!

 

Der anschließende „Grüne Abend“ war geprägt durch die Tischdecken unseres möglichen Sponsors der nächsten Jahre, wie wir unkten, einem Geldinstitut, das wie wir, die Bezeichnung „Westküste“ im Namen trägt. So fühlten wir uns im spärlich gefüllten Saal gut aufgenommen, aßen Schnitzel und Fisch und wurden als letzte Gruppe quasi hinausgebeten. War aber egal, denn am Freitag ging dann früh der Wecker!

 

Jeder war aber pünktlich am Stützpunkt, fand seine Gruppe und startete ins Revier.
Kristian meldete schnell die ersten beiden guten Noten vom Wasser, als Frank schon ausgeschieden war.
Es lohnt sich nicht über Art und Weise zu klagen, aber Bella wurden in dieser Situation einfach der Wind, der Wildbesatz in der Region sowie unerfahrene Richter zum Verhängnis. Die Nachricht über WhatsApp war sicher der Nervosität der anderen Gespanne nicht förderlich, aber die Enttäuschung war natürlich groß.  

 

Aye meldete sich nicht, aber alle anderen Hunde waren noch im Rennen. Frank und Heide packten in Büsum ein und fuhren nach Friedrichskoog, um Steffen und Franca zu unterstützen. Dort war Dana gerade im letzten Suchengang und zeigte nochmals eine schöne Nasenleistung mit Vorstehen an Krickenten auf einem Fleet. Die anwesende Korona aus vielen dänischen Freunden hörte gespannt zu, als die Richtergruppe Dana ein 4h in der Suche verlieh und Steffen mit durchweg sehr guten Leistungen weiterhin dabei war.

 

Kristian meldete noch einen ausstehenden letzten Suchengang, dort schien also alles im Lot! Am Wasser war Dana fehlerlos, mit einem lauten „Suuuuper“ in Franca‘s unnachahmlicher Weise verließ sie das Wasser und „Westküste“ hatte seinen ersten Kurzhaarsieger seit Gründung in „KS Dana von Horum“!
Kurz darauf meldete Kristian seinen und Viras‘ Erfolg und mit „KS Viras von der Jydebek“ gab es auch nun einen erfolgreichen Rüden in der Geschichte unseres Klubs.

 

Bei Steffen machte sich eine Nervosität breit, die wir sonst noch nicht kannten. Der Kugelblitz wurde still und wartete lange unter einem Baum auf den Ruf der Richter. Am Wasser angekommen, immerhin arbeiteten schon 11 Hunde vor ihm im gleichen Gewässer, gelang es Steffen nicht Alfa zum Überqueren der Wasserfläche zu überzeugen. Sie fand schnell die lebende Ente, konnte aber anschließend nicht nochmal ins Stöbern geschickt werden. Steffen verzweifelte fast am Ufer und ging mit ihr bis zu den Knien ins Wasser. Vielleicht wäre es anders gelaufen, hätte Steffen eine Woche vorher die Chance nutzen können an eben diesem Gewässer zu üben, wie Dana es tat.
Traurig ging es auch für ihn auf die Heimreise.

 

Dann vermeldete Claus-Peter mit Vanny und Viene bestanden zu haben. Auch Vanny bekam in der Suche ein 4h und gehört damit zur 1. Generation der Westküsten KS!

 

Hassan‘s Viene sorgte übrigens kurz für Verwirrung, weil in der Meldung stand, sie hätte überall ein 4h bekommen. Ein Schreibfehler, wie sich herausstellte, aber eben doch Anlass zum Schmunzeln!

 

Ein tolles Ergebnis zeichnete sich ab, denn 3 von 5 ist eine Quote, wie sie wenige Vereine aufweisen können!

 

Abends trafen sich diejenigen, die Zeit hatten noch zu einer Feierstunde im Restaurant „Immenstedt Kiel“ und tranken noch ein wenig Bier und Wein, es wurden Berichte ausgetauscht und gefachsimpelt. Das Präsidium saß am Nebentisch und wir freuten uns an diesem Abend mit Franca gebührend zu feiern!

 

 

 

Wichtig war uns aber auch, dass wir an Ralf‘s und Mareike‘s Seite waren, als wir erfuhren, dass Fritz, Ralf’s Vater, an diesem Abend von uns gegangen war. Es ist wichtig in solchen Momenten nicht allein zu sein und Freunde an seiner Seite zu haben, die immer da sind, wenn sie gebraucht werden! Wir alle hoffen, euch in dieser schweren Stunde eine Stütze gewesen zu sein und sind für euch da, wenn ihr uns braucht.
So stand für einen Moment die Prüfung im Hintergrund und machte uns deutlich, wie wichtig es ist zusammenzuhalten und gemeinsam zu feiern und auch zu trauern!

 

 

 

Am Samstag war dann endlich Zeit zum Ausschlafen, denn nur 5 Hunde mussten noch nach Niedersachsen zur Wasserarbeit. Für den Nachmittag stand die Vorstellung der KS im Ring, die Hubertusmesse und der Festabend an.
Bei strahlendem Sonnenschein kamen unsere Shirts nochmal voll zu Geltung und unsere drei KS erhielten ihren verdienten Applaus!

 

Schnell waren unsere neuen Tischschilder in Form brauner DK Rüden mit Vereinslogo aufgestellt und 24 Plätze reserviert, die wir abends auch dringend benötigten. Die Messe war sehr gelungen und der Pastor ging besonders auf die Worte von Vertrauen und Wertschätzung ein. Er sprach seine Wertschätzung für alle Teilnehmer, ob erfolgreich oder nicht, aus und forderte alle Anwesenden auf, Vertrauen in den Gefährten Hund zu haben. Die musikalische Begleitung durch das Bläserensemble Es Geflüster war beeindruckend und die Messe verleiht der Veranstaltung stets einen besonderen und beruhigenden Rahmen.

 

Im Festsaal angekommen waren die Plätze schnell eingenommen, das Festmahl war mäßig und dem Dessert fehlte die Vanillesoße! Die Ansprachen waren in Ordnung von Länge und Inhalt und die Preisverteilung war, wie immer, sehr lang. Schade, das0s im Verlaufe der Veranstaltung stets der Geräuschpegel so hoch geht, dass die letzten Gespann nicht mehr ausreichend gewürdigt werden können! Die Preise waren schön und auch die ausgeschiedenen Hunde bekamen noch etwas ab.

 

Wir saßen lange und gemütlich zusammen und verließen den Saal erst gegen 02.15 Uhr, kurz vor dem Rest der Schleswig-Holsteiner, die die Prüfung wirklich vorbildlich ausgestaltet und geplant hatten!

 

Hierfür zollen wir Respekt und Anerkennung und sagen Danke für die herrlichen Tage in unserer Heimat mit Hundefreunden aus der ganzen Welt!

 

Und eines ist klar – wir (Steffen, Jonas und Frank) sind wieder dabei, wenn es 2020 heißt:  

 

„Kurzhaar voran“ auf der Dr.-Kleemann-Ausleseprüfung in Österreich!